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Äthiopien, das Land am Horn Afrikas, ist ein Vielvölkerstaat und hat ca. 70 Mio. Einwohner. Viele Menschen in Deutschland haben von Äthiopien gehört, weil das Land in den vergangenen Jahrzehnten periodisch von Hungersnöten und Katastrophen heimgesucht wurde.
Die Hungersnöte Anfang der siebziger Jahre und von 1984/85, die zum Tod Hunderttausender führten, veranlassten die Weltöffentlichkeit zu großen Hilfsaktionen.
Aber auch in „normalen“ Jahren ist in Teilen Äthiopiens mit Hunger zu rechnen, denn ein Großteil der Bevölkerung lebt von einer sehr niedrig entwickelten Landwirtschaft, die ca. 57 % des Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet.
Es herrscht Subsistenzwirtschaft vor, d.h. es wird ausschließlich für den eigenen Verbrauch und nicht für den Markt produziert. Dadurch werden auch im nationalen Rahmen kaum Überschüsse erzeugt und die Vorratswirtschaft ist unterentwickelt. Bei länger anhaltenden Dürreperioden hat das dramatische Folgen.
Ein weiteres Hemmnis für die Entwicklung des Landes ist der geringe technische Ausbildungsstand der Einwohner.
Die Hauptleidtragenden der Armut sind Frauen, Kinder und ältere Menschen. Hauptsächlich die Kinder aus armen Familien wandern in die Städte ab, wo sie häufig in einen Teufelskreis aus Armut , Krankheit und Kriminalität hereingerissen werden.
Um hieraus zu entkommen sind Schule und Ausbildung ein wichtiger Faktor.
Leider haben vor allem in ländlichen Regionen drei Viertel aller schulpflichtigen Kinder keinen Zugang zu einer Schule.
In Äthiopien liegt die Analphabetenrate bei ca. 64 % ( bei Frauen 70%) in ländlichen Regionen sogar noch viel höher.